Palliative Care Basiscurriculum (160 UE)

DGP-zertifizierter Palliative Care Kurs für Pflegende

Interessiert an dieser Veranstaltung?

Die Veranstaltung im Detail

Referent: Dr. Jörg Cuno
Internist/Palliativmediziner & Gründer der Palliativakademie Bamberg

Dieser Kurs richtet sich an examinierte Pflegende, die ihre Kompetenz in der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie deren Zugehörigen erweitern möchten.

Im Rahmen der Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) werden in den vier Weiterbildungswochen folgende Inhalte vermittelt:

Grundlagen der Palliative Care

– Was ist Palliative Care?
– Geschichte der Hospizbewegung und von Palliative Care
– Exemplarische Krankheitsbilder in der Hospiz- und Palliativarbeit
– Palliative Haltung

Haltung kann man nicht unterrichten, nur vorleben und an Beispielen erörtern. Im Kurs wird besprochen und diskutiert, was eine gute Sterbebegleitung
ausmachen kann. Die Bereitschaft zur Selbstreflexion wird vorausgesetzt, die Fähigkeiten, sich mit vorschnellen Urteilen zurückzuhalten und das Gegenüber liebevoll annehmend zu akzeptieren, ohne den Anderen bewusst oder unbewusst in eine bestimmte Richtung zu drängen, wird geübt.

Linderung belastender Symptome am Lebensende

– Schmerztherapie, Schmerzerkennung, Total Pain Modell, komplementäre Schmerzlinderung?
– Umgang mit Atemnot, schulmedizinische und pflegerische Maßnahmen
– Begleitung und Linderung von Angst, Unruhe, Panik und Halluzinationen am Lebensende
– Umgang mit Übelkeit, Erbrechen und Obstipation
– Linderung von Juckreiz, Schluckauf und Ödemen
– Palliative Wundversorgung, Umgang mit exulzerierenden Wunden
– Palliative Sedierung

Zu allen Symptomlasten werden sowohl die palliativmedizinische Vorgehensweise, als auch Maßnahmen wie Wickel, Auflagen, Einreibungen, Waschungen und Aromapflege auf der Grundlage jahrelanger praktischer Erfahrungen vorgestellt. Eine gute Symptomeinstellung ist die Grundlage palliativen Handelns. Ein Mensch, der andauernd Schmerzen hat oder der permanent erbricht, kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, kann nicht mehr seine Angelegenheiten regeln und sich nicht verabschieden. Unsere Hauptaufgabe als professionell Begleitende ist es, Lebensqualität zu erhalten, in dem wir die Belastungen durch die Erkrankung so gering wie möglich halten und somit „Leben bis zuletzt“, aber auch das Abschiednehmen ermöglichen.

Psychosoziale Begleitung

– Kommunikation mit Schwerstkranken und ihren Zugehörige
– Wahrheit am Krankenbett
– Das soziale Netz
– Konfliktbewältigung

Es gibt kein „Patentrezept“ im Umgang mit Schwerstkranken und den Menschen, die zu ihnen gehören. Grundregeln der Kommunikation werden vorgestellt, geübt wird das Eingehen auf die individuelle Befindlichkeit der Person, mit der wir sprechen und der sensible, einfühlsame und verantwortungsbewusste Umgang mit der „Macht der Worte“.

Patientenrecht

– Möglichkeiten der Vorsorgeplanung
– Einführung in die Ethik
– Ethische Entscheidungsfindung in der Medizin
– Therapiezieländerung

Diese Unterrichtseinheit gewährt seitens eines sehr erfahrenen Dozenten rechtliche Einblicke und schult die Teilnehmenden zum Einen als Mitträger ethischer Entscheidungen im therapeutischen Team, zum Anderen in beratender Funktion bei Fragen der Vorsorgeplanung.

Trauer

– Begleitung trauernder Menschen
– Kommunikation mit Trauernden
– Abschiedsrituale
– Versorgung von Verstorbenen
– Bestattungsformen
– Wie trauern Kinder?
– Trauer um Kinder
– Sternenkinderprojekt

Trauer beginnt nicht erst im Moment des Sterbens, sondern schon mit der Diagnosestellung. Auch die Begleitung von Menschen in Abschiedssituationen kennt keine „Patentrezepte“, sondern den einfühlsamen, individuellen Umgang und die Erfahrung, dass Rituale Halt geben und tröstend wirken können. Eine erfahrene Trauerbegleiterin wird von ihrer Arbeit berichten und Impulse für die Teilnehmenden geben, die ihnen den Umgang mit Abschied und Trauer erleichtern.

Spiritualität

– Sterben, Tod und Trauer in anderen Kulturen und Religionen
– Christliche Vorstellungen und Rituale im Umfeld des Sterbens
– Jenseitsvorstellungen und Nahtoderfahrungen
– Rituale im Pflegealltag

„Wenn ein Geist stirbt, wird er Mensch. Wenn ein Mensch stirbt, wird er Geist“. So stellt sich der Dichter Novalis den Kreislauf von Sterben und Geborenwerden vor. Das Wort „Geist“ steckt in „Spiritualität“ und es wird ein Theologe sein, der in die geistlichen Aspekte des Sterbens einführt und verschiedene Rituale erläutert, und eine Krankenschwester, die Rituale im Pflegealltag vorstellt.

Selbstpflege, Sensibilisierung und Stärkung in der Rolle des Begleitenden

– Teamarbeit
– Der eigene Umgang mit Abschied, Trauer und Tod
– Burnoutprophylaxe
– Kraftquellen

Wer Schwerstkranke und Sterbende begleitet, bewegt sich ständig in Grenzsituationen und trifft auf Menschen in schweren Krisen. Diese Tätigkeit kostet Kraft und kann auf Dauer an die eigene Substanz gehen. Diese Einheiten des Kurses beschäftigen sich mit Teamarbeit, da ein starkes Team dem Einzelnen Halt gibt und damit, wie wir als Begleitende selbst mit der Endlichkeit des Lebens umgehen, sowie damit, wie wir uns selbst etwas Gutes tun können, um Kraft zu haben, für uns selbst und für andere Menschen da zu sein.

Ausbildungsdauer und -zeiten
Tägl. 09:00 – 17:00 Uhr
Montag, 30.11. bis Freitag, 04.12.2020
Montag, 08.03. bis Freitag, 12.03.2021
Montag, 21.06. bis Freitag, 25.06.2021
Montag, 20.09. bis Freitag, 24.09.2021
Im Detail
Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt.
Kosten und Anmeldung
445 Euro pro Weiterbildungswoche, zzgl. 15,00 Euro Verpflegungskosten pro Tag
Verbindliche Anmeldung bis 09.11.2020.
Wir bitten um Überweisung der Gebühr bis spätestens drei Wochen vor Beginn der jeweiligen Weiterbildungswoche.

Bitte beachten Sie

Diese Veranstaltung ist Teil einer mehrmonatigen Ausbildung.
Sollte eine Veranstaltung in unseren Räumen beispielsweise wegen zu geringer Teilnehmeranzahl oder wegen anderweitiger zum Zeitpunkt des Angebots nicht abzusehender Gründe ausfallen, werden wir Sie rechtzeitig benachrichtigen. Wir erstatten Ihnen entweder die bereits gezahlte Teilnehmergebühr in voller Höhe zurück oder belassen die durch Ihre Zahlung erfolgte Teilnahmeberechtigung als gültig für einen Ersatztermin oder eine andere Veranstaltung in diesem preislichen Umfang. Wir übernehmen keine Haftung für Kosten, die Ihnen außerhalb unserer Räume entstanden sind (z. B. Fahrt- oder Unterbringungskosten).