Donnerstag, 30. April 2026

Manuela Amann

Trainerin für Empathie und Gewaltfreie Kommunikation, Entspannungstrainerin, EmTrace® Mastercoachin, ausgebildet in Mimikresonanz®, Gründerin von Erfolg durch Empathie, Host des Podcasts EmpathieMANUfaktur, Autorin, Trainerin für emotionale Intelligenz, Ergotherapeutin

Warum ich wurde, was ich bin

Krankenhäuser strahlten schon immer eine Faszination auf mich aus. Hier arbeiten Menschen, die anderen helfen, gesund zu werden. Sie handeln selbstständig und professionell. Das alles entsprach meinen Werten. Als Ergotherapeutin im Frühreha-Bereich stellte ich nach und nach fest, dass meine Vorstellung von Arbeit im Krankenhaus idealistisch und bestimmt auch ein bisschen romantisiert gewesen ist. Allerdings wehrte und wehre ich mich aus tiefstem Herzen dagegen, dass eine ideale Denkweise (ausgerechnet hier) unpassend sein sollte. Warum, fragte ich mich, gibt es oft Streit zwischen älterem und jungem Personal? Beide ergänzen sich doch so gut. Und ist es nicht logisch, dass Stress beim Personal unweigerlich zu gefährlichen Situationen im Patientenkontakt führen kann? Weshalb gibt es dann keine Mechanismen, die genau das verhindern? Und warum gibt es ausgerechnet in Kliniken so wenig Nahbarkeit, obwohl unlängst bekannt ist, dass es die Beziehungen sind, die uns gesund erhalten (oder krank machen).
So entstand nach und nach mein Wunsch, wieder mehr Gefühl und Menschsein ins Gesundheitswesen zu bringen. Nach 20 Jahren als Ergotherapeutin in verschiedenen Kliniken Bayerns gründete ich mein eigenes Unternehmen Erfolg durch Empathie und bin seither Trainerin für gewinnbringende Kommunikation (nicht nur) in Krankenhäusern.

Wie ich wurde, was ich bin

Mein Antrieb war zuerst meine Unzufriedenheit.
In meiner Ausbildung zum Master Emotionscoach lernte ich, dass gerade die Unzufriedenheit Energie gibt, um bestehende Situationen zu ändern. Deswegen trainierte ich ab diesem Zeitpunkt meinen Unmut in dienliche Energie umzuwandeln. Mein Weg führte mich zur Gewaltfreien Kommunikation, zu EMTrace® und zur Mimikresonanz® und zu Menschen, die mir gespiegelt haben, dass Empathie ein wesentlicher Faktor ist, wenn es um Gesundheit geht. Heute verbinde ich meine Erfahrung als Ergotherapeutin mit dem Wissen über emotionale Intelligenz. Ich gehe förmlich darin auf, anderen Menschen zu zeigen, wie wertvoll Emotionen sind und wie wir sie für uns dienlich nutzen können. Es ist eine Fähigkeit, die wir alle nutzen sollten- für uns selbst und für die Menschen, die uns anvertraut wurden. Bis zum und gerade am Lebensende.

Wie meine erste Begegnung mit Sterben und Tod für mich war und wie mich die Beschäftigung damit in meinem Leben beeinflusst

Meine ersten Begegnungen mit Sterben und Tod fanden im Familienkreis statt. Meine Omas und Opas. Als mein Opa starb, mit dem ich als Kind gerne meine Freizeit verbracht hatte, war ich bereits 25 Jahre alt. Ihm stand ich sehr nah und ich erinnere mich, dass ich danach bewusst mehr als ein Jahr lang jeden Tag an ihn gedacht habe. Das war keine Challenge, ich konnte gar nicht anders. Da habe ich gespürt was der Satz, In unserem Herzen lebst du weiter, aussagt.

Zehn Jahre später arbeitete ich auf einer geriatrischen Station und kam deswegen unweigerlich immer wieder mit Sterben und Tod in Kontakt. Ich erinnere mich besonders an eine Frau, die mich kurz vor ihrem Tod unter Tränen bat, in ihr einfach nur eine Frau zu sehen, statt ihre Gebrechen. Und an einen Mann erinnere ich mich, der in meinen Armen starb. Einfach so, mitten beim Transfer ins Bett. Ich habe in dieser Zeit verstanden, dass das Leben endlich ist. Dieses Verständnis bekräftigt immer wieder neu den Wunsch in mir, die uns verbleibende Zeit möglichst einfühlsam und empathisch zu gestalten.

Veröffentlichungen
Schere, Tupfer, Empathie; Alles über die unterschätzte Kraft der Menschlichkeit in Kliniken; erschienen Oktober 2024 im Selbstverlag