Wie meine erste Begegnung mit Sterben und Tod für mich war und wie mich die Beschäftigung damit in meinem Leben beeinflusst
Meine ersten Begegnungen mit Sterben und Tod fanden im Familienkreis statt. Meine Omas und Opas. Als mein Opa starb, mit dem ich als Kind gerne meine Freizeit verbracht hatte, war ich bereits 25 Jahre alt. Ihm stand ich sehr nah und ich erinnere mich, dass ich danach bewusst mehr als ein Jahr lang jeden Tag an ihn gedacht habe. Das war keine Challenge, ich konnte gar nicht anders. Da habe ich gespürt was der Satz, In unserem Herzen lebst du weiter, aussagt.
Zehn Jahre später arbeitete ich auf einer geriatrischen Station und kam deswegen unweigerlich immer wieder mit Sterben und Tod in Kontakt. Ich erinnere mich besonders an eine Frau, die mich kurz vor ihrem Tod unter Tränen bat, in ihr einfach nur eine Frau zu sehen, statt ihre Gebrechen. Und an einen Mann erinnere ich mich, der in meinen Armen starb. Einfach so, mitten beim Transfer ins Bett. Ich habe in dieser Zeit verstanden, dass das Leben endlich ist. Dieses Verständnis bekräftigt immer wieder neu den Wunsch in mir, die uns verbleibende Zeit möglichst einfühlsam und empathisch zu gestalten.