Tanja Schäffner
Physiotherapeutin, Osteopathin
„Heilung ist nicht immer möglich – Linderung, Nähe und Würde jedoch fast immer.“
Physiotherapeutin, Osteopathin
„Heilung ist nicht immer möglich – Linderung, Nähe und Würde jedoch fast immer.“
… weil mich der menschliche Körper und seine Fähigkeit, selbst in schwierigen Lebenssituationen noch auf Berührung und achtsame Behandlung zu reagieren, schon immer fasziniert hat.
Als Physiotherapeutin durfte ich viele Menschen auf ihrem Weg begleiten – in Zeiten der Genesung, aber auch in Momenten, in denen Heilung nicht mehr das Ziel war, sondern Linderung, Entlastung und Lebensqualität. Gerade diese Begegnungen haben meinen Blick auf Therapie nachhaltig geprägt.
Mit der Osteopathie eröffnete sich für mich noch einmal eine neue, ganzheitliche Perspektive auf den Menschen. Zu erleben, wie fein abgestimmte, respektvolle Berührung Schmerzen lindern, Atmung erleichtern oder einfach einen Moment der Ruhe schenken kann, hat mich tief beeindruckt.
Besonders im palliativen Kontext wurde mir immer deutlicher, wie wertvoll physiotherapeutische und osteopathische Behandlung sein kann – nicht, um zu „heilen“, sondern um Menschen in einer sensiblen Lebensphase zu unterstützen, Beschwerden zu lindern und Wohlbefinden zu ermöglichen. Diese Erfahrungen weiterzugeben ist mir heute ein großes Anliegen. Als Dozentin an der Palliativ Akademie begleite ich Therapeutinnen und Therapeuten dabei, ihre fachlichen Fähigkeiten mit einem sensiblen Blick für die Bedürfnisse schwerkranker Menschen zu verbinden.
… weil mich die Arbeit mit Menschen berührt und ich überzeugt bin, dass auch kleine therapeutische Impulse einen großen Unterschied machen können.
Gerade im palliativen Bereich zeigt sich, wie bedeutend achtsame physiotherapeutische und osteopathische Behandlung sein kann: eine Erleichterung der Atmung, weniger Spannung im Körper, eine bequemere Lagerung oder einfach ein Moment, in dem der Körper wieder etwas Ruhe findet.
Mich bewegt die Vorstellung, dass Therapie auch dort noch etwas bewirken kann, wo Heilung nicht mehr möglich ist. Dass Berührung, Aufmerksamkeit und fachliche Kompetenz dazu beitragen können, Lebensqualität zu erhalten.
Diese Haltung möchte ich auch in meiner Lehrtätigkeit weitergeben: den Mut, therapeutisch präsent zu sein, die Sensibilität für den ganzen Menschen – und das Vertrauen darauf, dass auch kleine Veränderungen im Körper großen Wert haben können.
